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Silifke und sein Umland, die flache Mündungsebene des Göksu Nehri, des antiken Kalykadnos, sind vor allem landwirtschaftlich geprägt. In dem älteren Stadtviertel, das sich verschachtelt den Hang des Burgbergs emporstaffelt, wird man noch ganz traditionellem türkischem Dorfleben begegnen. Um Silifke baut man neben Baumwolle und Reis vor allem Erdnüsse und Erdbeeren an.

Eine erste Siedlung an der Mündung des Flusses Kalykadnos ist als assyrische Kolonie im 8. Jh. v.Chr. erwähnt. Silifke, das antike Seleukia ad Kalykadnos, wurde dann von Seleukos I. Nikator, einem Feldherren Alexanders und erstem König des Seleukiden-Reichs (312 - 281 v.Chr.) gegründet. Von den zahlreichen Städten, die seinen Namen trugen, ist dieser Ort der einzige, dessen Siedlungsgeschichte bis in die Gegenwart reicht. Als Knotenpunkt der Verkahrswege entlang der Küste und durch das Göksu-Tal nach Zentralanatolien, namentlich nach Konya, blieb Seleukia / Silifke über mehr als zwei Jahrtausende die bedeutendste Stadt des 'rauhen Kilikien'.

Unter den Römern Provinzhauptstadt, unter den Byzantinern Sitz eines Metropoliten und wegen des Martyriums der hl. Thekla der meistbesuchte Wallfahrtsort Kleinasiens, fiel es Ende des 12. Jhs. an die Armenier. Um 1210 übernahmen die Johanniter die Stadt als Lehen; die Baumeister des Ordens vollendeten auch die mächtige Burg, die die Ebene weithin sichtbar überragt. Im Abendland wurde Seleukia vor allem bekannt, als Kaiser Friedrich I. Barbarossa während des 3. Kreuzzuges am 19. Juni 1190 wenige Kilometer vor der Stadt im Göksu, damals Saleph genannt, ertrank.

Zeugnisse aus antiker und mittelalterlicher Zeit blieben nur sehr spärlich erhalten, da sich das moderne Silifke über dem alten Siedlungsplatz recht vom Fluss erstreckt.

Die Überreste des Jupitertempels Als einziger Bau aus der Antike ist ein Jupiter-Tempel rechts der Zufahrtsstrasse zur Stadtmitte (Inönü Cad.) erhalten, der ursprünglich wohl dem Apollon Sarpedonis geweiht war. Der Gott wurde schon vor der Stadtgründung auf dem Kap beim Küstenort Tasucu, dem antiken Holmoi, verehrt, dessen Bewohner Seleukos I. in seine neue Stadt umsiedelte. Eine einzige der 8 x 14 korinthischen Sälen dieses Peripteros staht noch aufrecht; sie dient inzwischen einem Storch als Nistplatz. Storch

Antike Spolien findet man an der 1328 entstandenen Resadiye Camii in der Parallelstrasse, in deren Vorhalle antike Säulen und korinthische Kapitelle verbaut wurden. Auch die schmale Steinbogenbrücke (Tasköprü) über den Göksu Cay im Zentrum ist im Kern römischen Ursprungs; sie wurde 77-78 n.Chr. von Octavius Memor, dem damaligen Herrscher von Kilikien, zu Ehren des römischen Kaisers Vespasian und dessen beiden Söhnen errichtet. Im Jahre 1885 wurde die Brücke erneuert.

Goldmünze aus Gülnar Etwas ausserhalb der Stadt liegt des Museum von Silifke, in dem neben einer ethnologischen Sammlung (Webwaren, Trachten) und Kleinskulpturen aus der Antike vor allem einige exemplarische Stücke des Münzschatzes von Gülnar Beachtung verdienen. Die Goldmünzen und Silbergegenstände stammen aus der Zeit Alexanders des Grossen und der Diadochen. Ihre Entdeckung 1980 löste einen bis heute währenden Schatzsucherwahn aus, dem schon etliche unerforschte antike Stätten zum Opfer gefallen sind - sie wurden einfach gesprengt.

Zur Zitadelle gelangt man über die Ausfallstrasse Richtung Konya, vorbei an Felsgräbern und Sarkophagen der antiken Nekropolen. Die 80 m über der Stadt gelegene Festungsanlage mit starken, halbrunden Bastionen und einer doppelten, turmbewehrten Mauer erfuhr ihren letzten Ausbau unter dem kleinarmenischen König Hethum I. Die Johanniter gaben die Burg schon 1226 wieder auf, als sich Prinzessin Zabel, Tochter Leons I, hier verschanzte, um der Heirat mit Hethum zu entgehen. Da die Armenier die Festung belagerten und mit Krieg drohten, zogen die Ordensritter ab und überliessen Zabel ihrem Schicksal. Innerhalb der Burg von Silifke

Zisterne Von oben hat man eine sehr schöne Aussicht auf das flache Mündungsdelta vor Silifke. Am Fuss des Burghügels ist eine ungewöhnlich grosse Zisterne zu erkennen, die bis zu 20.000 Liter Wasser fassen soll. Entlang des Göksu-Kanyon erreicht man weiter Richtung Konya nach ca. 7 km einen Parkplatz, wo eine Gedenktafel an den Tod Kaiser Friedrich Barbarossas in den Stromschnellen unten im Tal errinnert. Gedenktafel für Friedrich I. Barbarossa